06.11.2026

Engelmann auf der Vietwater 2026: Vietnams digitale Wasserversorgung

Der wasserbezogene Fokus in Vietnam unterscheidet sich gravierend vom Fokus in Europa. Während hierzulande Digitalisierung von Wassernetzen und Reduzierung von Wasserverlusten relevant sind, modernisiert sich Vietnam gerade: Nach einem starken Ausbau der städtischen Wasserversorgung rückt die intelligente Erfassung und Nutzung von Verbrauchsdaten in den Vordergrund. Grund genug für Engelmann, die Vietwater 2026 als Aussteller zu besuchen. Die Messe in Ho-Chi-Minh-Stadt befasste sich unter anderem mit der Frage, wie digitale Technologien beitragen, Wasserverbrauch transparent zu machen. Und … wie Versorgungsprozesse effizienter werden. Mehr als 450 Aussteller aus über 40 Ländern nahmen Teil. Wir waren dabei. Im Mittelpunkt standen dabei unser Wasserzähler  WaterStar M, sowie unser Rechenwerk SensoStar C und der Wärme- und Kältemengenzähler SensoStar U. Gemeinsam mit zehn weiteren Unternehmen präsentierte unser Kollege Milan Cervenansky am deutschen Gemeinschaftsstand Technologien für die Wasserwirtschaft.

Rund 95 Prozent der städtischen Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser

Wie weit Vietnam beim Ausbau der Wasserversorgung bereits ist, zeigen Zahlen des vietnamesischen Bauministeriums: Ende 2025 hatten rund 95 Prozent der städtischen Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser. Die durchschnittliche Wasserverlustrate in urbanen Versorgungsnetzen reduzierte sich so auf etwa 15 Prozent. Das sind erhebliche Fortschritte. Mit der Urbanisierung und dem Städte-Wachstum steigen jedoch auch Anforderungen an die Versorgungsinfrastruktur. Wohnanlagen, Hochhäuser und Gewerbegebäude erhöhen die Anzahl der Verbraucher. Gleichzeitig verarbeiten Versorgungsunternehmen immer größere Datenmengen, um die Wasserverteilung und Verbrauchsabrechnung effizient zu organisieren. Wie wichtig der Einsatz digitaler Technologien ist, zeigt das Beispiel der Saigon Water Corporation (SAWACO), dem Wasserversorgunger in Ho-Chi-Minh-Stadt. Es investiert gezielt in die Digitalisierung der Infrastruktur: Neben zentralen Daten- und Betriebsführungssystemen erprobt es auch intelligente Wasserzähler, um Informationen auszuwerten und Abläufe effizienter zu gestalten.

Mehr Transparenz im Gebäude

Anklang fand der WaterStar von Engelmann bei einer Vielzahl an Interessenten. Denn alle eint im Prinzip dasselbe Problem: Die Herausforderung ergibt sich bei der Verbrauchserfassung in großen Wohn- und Gewerbegebäuden. Während ein zentraler Wasserzähler die gesamte Wassermenge erfasst, die ins Gebäude fließt, ist für eine transparente Verbrauchs-Zuordnung eine zusätzliche Messung an einzelnen Verbrauchsstellen nötig. Zudem bedeuten viele Wohnungen in Mehrfamilienhäusern einen erheblichen organisatorischen Aufwand, wenn Wasserzähler manuell abgelesen werden müssten. Hinzu kommt, dass die dabei erfassten Werte häufig nur in größeren zeitlichen Abständen vorliegen. Die individuelle fernauslesbare Verbrauchsmessung schafft neue Möglichkeiten. Werden Verbrauchswerte einzelner Wohnungen erfasst, können sie zur verbrauchsabhängigen Abrechnung und zur Analyse von Verbrauchsentwicklungen herangezogen werden. Eigentlich eine simple Logik, die aber nur funktioniert, wenn die gesamte Infrastruktur darauf ausgelegt ist. Das ist in Vietnam mehr und mehr der Fall. Und gerade in wachsenden Städten des Landes wird eine moderne und präzise Verbrauchsmessung zunehmend zu einem wichtigen Baustein einer zukunftsfähigen Wasserversorgung. Diesem Thema widmete sich Milan Cervenansky dann auch in seinem Vortrag, den er auf der Vietwater hielt.