23.10.2026

FENASAN 2026: Wasserverbrauch präzise messen für mehr Transparenz in Brasilien

Wasserknappheit steht weltweit im Fokus. Insbesondere in Brasilien stellt sich das folgendermaßen dar: Das Land verfügt über viel Süßwasser. Gleichzeitig gehen erhebliche Wassermengen in den öffentlichen Versorgungsnetzen verloren. Die fehlende individuelle Verbrauchserfassung in vielen älteren Wohngebäuden erschwert zudem eine transparente Abrechnung. Mit diesen Themen beschäftigte sich die FENASAN 2026, eine der bedeutendsten Fachmessen für Wasser- und Abwasserwirtschaft in Südamerika. Sie fand vom 20. bis 22. Oktober 2026 im Expo Center Norte in São Paulo statt. Die FENASAN ließ Engelmann ins Gespräch kommen mit Wasserversorgern, Fachplanern und weiteren Branchenvertretern. Und Engelmann präsentierte dabei die passenden Lösungen. Im Mittelpunkt: der WaterStar M. Denn angesichts der Wasserverluste stellte sich eine zentrale Frage: Wie lässt sich der tatsächliche Wasserverbrauch zuverlässig erfassen?

Rund 40 Prozent Wasserverluste in Brasilien

Wie groß der Handlungsbedarf ist, verdeutlichen Zahlen des Instituto Trata Brasil: Demnach lag der brasilianische Wasserverlust in öffentlichen Verteilungsnetzen im Jahr 2024 bei knapp 40 Prozent. Dabei ging es nicht nur um Wasser, das durch undichte Leitungen verloren ging. Der Indikator erfasste auch scheinbare Verluste, etwa durch ungenaue Messung, fehlerhafte Verbrauchserfassung oder unberechtigte Wasserentnahmen. Besonders betroffen davon sind der Norden und Nordosten Brasiliens. In einzelnen Bundesstaaten liegen die Verlustraten sogar bei mehr als 55 Prozent.

Zusätzliche Herausforderung: individuelle Verbrauchserfassung

Neben Verlusten in öffentlichen Netzen besteht in brasilianischen Wohngebäuden eine weitere Herausforderung: ältere Mehrfamilienhäuser verfügen oft nur über einen einzigen zentralen Wasserzähler. Dieser erfasst den Gesamtverbrauch und legt die Kosten anschließend nach festgelegten Schlüsseln auf die Wohneinheiten um. Der tatsächlich individuelle Verbrauch wird nicht erfasst. Mit dem Gesetz 13.312 aus dem Jahr 2016 führte Brasilien die individuelle Messung des Wasserverbrauchs für neue Wohnanlagen verpflichtend ein. In bestehenden Gebäuden gestaltet sich die nachträgliche Umrüstung jedoch häufig schwierig: Technische Voraussetzungen, Installationskosten und Abstimmungen zwischen Eigentümern erschweren Modernisierungen mitunter. Auf der anderen Seite stehen aber die eindeutigen Vorteile: Werden die tatsächlich verbrauchten Mengen jeder Wohneinheit zuverlässig mit einem Wasserzähler gemessen, ermöglicht dies eine faire Kostenverteilung. Gleichzeitig helfen historische Verbrauchsdaten dabei, ungewöhnliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Individuelle Wasserzähler verhindern zwar keine Leitungsverluste im öffentlichen Versorgungsnetz, sie verbessern aber die Datenbasis innerhalb von Gebäuden. Damit leisten sie einen Beitrag zur transparenten Abrechnung und zu einem bewussten Umgang mit Wasser: zwei Aspekte, die wegen der wachsenden Anforderungen an die brasilianische Wasserversorgung zunehmend wichtiger werden.